Ausstellung 7.3. - 14.4.2010
Eröffnung der Ausstellung „Der Prinz von Theben, Else Lasker-Schüler, Dichterin, Zeichnerin, Rebellin“
Das Plakat zum Download finden Sie hier.
-----------------------------------------------------------------------------------------------
XVI. Else-Lasker-Schüler-Forum in Catania 5.- 9.11.2009
20 Jahre Mauerfall
I luoghi dell’esilio e la scrittura della nostalgia Patrie e migrazioni a vent’anni dalla caduta del muro
„Im Exil – Orte der Erinnerungen: Heimat und Emigration im Lichte des Mauerfalls”
Im Einvernehmen mit Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano
Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, (D) Wuppertal, Kooperation / in cooperazione con:
➢ Universitá degli di Catania/Facoltá di Letterature straniere (Foto rechts)
➢ L'Istituto Musicale Vincenzo Bellini, Catania
➢ Armin T. Wegner-Gesellschaft, Wuppertal
Die Dichterin, Theaterautorin und Zeichnerin Else Lasker-Schüler wurde 1869, also vor 140 Jahren, in Wuppertal geboren. Im Namen dieser verfolgten Künstlerin fanden bisher Foren in Israel, Polen, Tschechien und der Schweiz statt. Nun erstmals in Italien – aus diesem Land führte ihr Weg 1939 nach Jerusalem, wo sie 1945 starb.
-----------------------------------------------------------------------------------------------
Sonntag, 18. Oktober 2009, 20.00 Uhr Euro Theater Central Bonn, Münsterplatz-Dreieck Eingang Mauspfad D-53111 Bonn Tel. Büro: 0228/63 70 26 Tel. Kasse: 0228/65 29 51 Fax: 0228/63 64 10 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.eurotheater.de
Gastspiel / Autorenlesung "Wir müssen offen miteinander reden" Lesung mit Filmeinspielungen Carmen Renate Köper liest aus ihren Büchern "Das kurze Leben der Sonja Okun" und "Zwischen Emigration und KZ - fünf Leben"
Karten: 15,-€ und 9,-€ (ermäßigt)
-----------------------------------------------------------------------------------------------
Sonntag 11. Oktober 2009, 17 Uhr Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden, Wilhelmstraße/Ecke Frankfurter Straße Telefon: 06 11–3 08 63 65
Lieben sie Schiller?
Zum 250. Geburtstag von Johann Christoph Friedrich Schiller
Ein theatralisches Programm ausgewählt und vorgetragen von der Schauspielerin Carmen Renate Köper
„Das Leben ist nur ein Moment, der Tod ist auch nur einer.“
Große Worte eines bedeutenden Schriftstellers, aus Anlass seines 250. Geburtstages werden Auszüge aus seinem Werk mit musikalischer Untermalung vorgetragen. Der reiche Schatz des Dramatikers und Dichters Friedrich Schiller verbindet wie kaum ein anderer die Literatur mit der Musik. Man darf also neben Texten Schillers unter anderem auch auf Musikaufnahmen wie z.B. die „Ode An die Freude“ gespannt sein.
€ 6/5 – Reservierung unter 0611-30 86 365 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
-----------------------------------------------------------------------------------------------
Mittwoch, 7. Oktober 2009, 19.00 Uhr Jüdisches Museum, Frankfurt, Untermainkai 14/15, Vortragssaal
Carmen Renate Köper
"Wir müssen offen miteinander reden …"
Lesung mit Filmeinspielungen
An diesem Abend werden die beiden Bücher "Das kurze Leben der Sonja Okun – Geliebt, verlassen, vernichtet" (Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt am Main) und "Zwischen Emigration und KZ – Fünf Leben" (Edition Steinbauer, Wien) vorgestellt "Eine jüdische Heilige" nannte Fritz Kortner Sonja Okun in seinen Memoiren. Und so ist sie Überlebenden im Gedächtnis geblieben. Wer war diese Frau, die Umgang mit prominenten Persönlichkeiten der zwanziger und dreißiger Jahre im Berlin des vorigen Jahrhunderts hatte? Carmen Renate Köper hat sich – angeregt durch die Auschwitzüberlebende Trude Simonsohn – auf Spurensuche nach Sonja Okun begeben. Die Filmreihe "Erinnern für die Zukunft" war Grundlage des Buches "Zwischen Emigration und KZ". Carmen Renate Köper hat fünf Menschen (Hermann Langbein, Viktor Matejka, Bernhard Littwack, Karl Paryla und Trude Simonsohn), die trotz erschütternder Umstände die NS-Zeit überlebt haben, in langen Gesprächen zu ihrem Leben in dieser Zeit befragt. Lebensläufe zu dokumentieren, heißt auch: was aufgeschrieben wird, ist nicht verloren.
-----------------------------------------------------------------------------------------------
Mittwoch, den 7. Oktober 2009, Kulturkirche St. Stephani, 28195 Bremen, 20.00
Literaturveranstaltung
Franz Werfel: „Die vierzig Tage des Musa Dagh“
Lesung mit Sebastian Dominik (Schauspieler) und Martin Rooney (Armenien-Forscher)
Der jüdische Schriftsteller Franz Werfel gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des deutschen Expressionismus. Seiner Romane wurden zu Welterfolgen. Um das unfassbare Schicksal der verfolgten Armenier dem Totenreich alles Geschehenen zu entreißen, schreib Werfel 1933 diesen monumentalen Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“. Die Saga einer kleinen armenischen Gemeinschaft, die Gabriel Bagradian zum Widerstand gegen eine erbarmungslose Übermacht der Jungtürken führt, und ihrer Rettung in letzter Stunde wurde dem Schriftsteller zum Sinnbild aller Verfolgung.
(Veranstalter: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit / Bremer Literaturkontor / Kulturkirche St. Stephani)
-----------------------------------------------------------------------------------------------
2./3./4. Oktober 2009 Veranstaltungen der ELS-Gesellschaft20 Jahre Mauerfall
Der Begriff Ende der Geschichte wurde vom amerikanischen Politikwissenschaftler Francis Fuku-yama mit seinem Buch The End of History and the Last Man 1992 popularisiert und führte zu Kontro-versen. Er vertrat die These, dass sich nach dem Öffnen des Eisernen Vorhangs/der Berliner Mauer sowie dem Zusammenbruch der UdSSR und der von ihr abhängigen Staaten bald die Prinzipien des Liberalismus mit Demokratie und Marktwirtschaft endgültig und überall durchsetzen würden. Später räumte er ein, dass in islamischen Ländern eine andere Dynamik herrsche.
-----------------------------------------------------------------------------------------------
2./.3. Oktober im Zentrum für verfolgte Künste, Kunst-Museum Solingen
Gelächter, sortiert. Lutz Rathenow mit neuer Lyrik in exklusiver Editionsreihe
Zwanzig Jahre Mauerfall und zwanzig Jahre Einheit werfen ihre Schatten voraus – der Reigen anstehender Publikationen wird sich kaum überschauen lassen. Ein interessantes Buch legt gleich zu Beginn jemand vor, der oft nur als politischer Dissident wahrgenommen wird. Trotz zweier erfolgreicher Prosabände, seines Bestsellers "Ost-Berlin"(mit Photos von Harald Hauswald) und sechs lieferbarer Bilderbücher, von denen "Im Land des Kohls"sich an ein erwachsenes Publikum wendet. Viele kennen den Namen des Berliner Autors aus Jena auch durch Rundfunkglossen oder Zeitungskommentare. Dier neuen Gedichte in "Gelächter, sortiert" sollten ein Anlass sein, die Wahrnehmung Lutz Rathenows zu ändern. Sie unterhalten mit fast romantischen Reflexionen: "Handys an einem frühen Winterabend / funken ihr kleines Licht / in die Augen der jungen Frauen, / Männer. Verirrte Sterne / wandern über den dunklen weiten Platz." Dann werden sie vieldeutig provokant, wenn eine freundliche Betrachtung zur amerikanischen Golden Gate-Bridge so endet: "The American dream. Überall die Netze / fangen den nicht ein: sieben jeden Monat / stürzen sich von hier hinab und fliegen./ Alle schauen Richtung Stadt, das Sterben / als Gebet." Ist das nun Kritik an den USA? Oder besser so zu sterben als à la DDR, die sich in den achtziger Jahre durch die höchste Selbstmordrate auszeichnete?
Erstaunlich, weil versteckt, tauchen oft religiöse Motive bei Rathenow auf, der über des Lebens Sinn sinniert und dabei zugleich ins Spotten und zu pathetisch angehauchten Zeilen gerät. Erotisch angeregte mitunter, in verschiedenen Konstellationen übrigens – in einem Gedicht streichelt der eine die Partnerin. Und der Text klingt aus und nach: "Blindenschrift – offenen Auges / ertasten wir das Alphabet." Gilt das nicht für unser ganzes Leben?
Unter dem nietzscheanisch anmutenden Titel sind die Texte in blauem Leinen versammelt, in der neuen Edition namens "Die 1000" im lyrikbewährten Verlag Ralf Liebe. Auf zweifache Weise spiegeln verlegerische Aspekte die deutsche Einheit wieder: Einmal durch den westdeutschen Verlagsort, zum anderen durch den leicht reißenden edelbedruckten Schutzumschlag und die unscharfe Titelmarkierung auf dem Buchrücken, die unfreiwillig an Tücken der DDR- Produktion erinnern. Die DDR hat der Autor überwunden, er ist in der Gegenwart angekommen, ohne selbstzufrieden zu sein. Deshalb ist es auch ein Vereinigungsbuch: Texte vom Anfang der Neunziger Jahre werden mit ganz Gegenwärtigem vereint. Dementsprechend kommt dann doch das Leben jenseits der gefallenen Mauer in den Blick, in brillanter Distanz. So korrespondiert in "Gerüche" der Duft des Westens mit dem Blut eines Minenopfers an der DDR-Grenze. Aber genauso wichtig scheint Rathenow der Ausdruck metaphysischer Obdachlosigkeitzu sein, wenn er seinem "Sprayer" beschreibt – eine Betrachtung, die so im Englischen (durch die Differenz von heaven und sky) gar nicht möglich wäre: "Und wieder taggen Wolken den Himmel. / Wie immer säubert ihn kurz der Wind. / Und Menschen tätowieren die Stadt." Lebensnah und gekonnt legt Rathenow nach seinem Erstling "Zangengeburt" (1982) nun mindestens einen zweiten bedeutenden Lyrikband vor.
Lutz Rathenow: Gelächter, sortiert. Edition Die 1000. Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2009. ISBN 978-3-935221-59-7.